Guido Krueger: Blog http://www.gkrueger.com/blog en-us (C) Guido Krueger c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Mon, 16 Nov 2015 18:14:00 GMT Mon, 16 Nov 2015 18:14:00 GMT http://www.gkrueger.com/img/s/v-5/u1025227507-o958847405-50.jpg Guido Krueger: Blog http://www.gkrueger.com/blog 120 92 Tattoo Convention Kiel http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/tattoo-convention-kiel Seit vielen Jahren hat Kiel eine Tattoo Convention. Dieses Jahr fand das Event vom 31.10. bis zum 1.11. in der Halle 400 an der Kieler Hörn statt. Obwohl ich am Sonntag Abend gerade erst wieder nach Deutschland zurückgekommen war, habe ich mich von meinem Töchterlein überreden lassen, der Convention einen Besuch abzustatten (was das bei ihr "hinterlassen" hat, dürft ihr selber herausfinden ;-).

Fotografisch war die Messe eine Offenbarung. Genau richtig für die Q, auch wenn ich den Künstlern und ihren Modellen mit dem 28er ziemlich auf die Pelle rücken musste. Glücklicherweise war die Bereitschaft groß, sich fotografieren zu lassen. Meist genügte ein kurzer Augenkontakt, ein fragender Blick und ein Lächeln, um ein Kopfnicken zu bekommen, die Genehmigung, ein Bild machen zu dürfen.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man solche Bilder macht. Wichtig ist, die Kamera offen zu tragen und als Fotograf seine Absichten klar zu zeigen. Mehrfach haben mich Besucher darauf hingewiesen, dass auch Stalker auf der Convention herumlaufen, um mit dem Tele unter der Jacke halbnackte junge Mädchen (oder Jungs) zu fotografieren.

Da ich mir viel Zeit nehme und mit den fotografierten Personen auf Tuchfühlung gehe, statt weit entfernt in einer dunklen Ecke zu stehen, gibt es eigentlich immer nur zwei Möglichkeiten der Reaktion: dezent geäußerte Zustimmung oder offene Ablehnung. Beides ist leicht zu unterscheiden - und die Ablehnung ist selten. Bei allen Spielarten der Straßenfotografie finde ich es wichtig, Personen nicht in peinlichen oder entwürdigenden Situationen zu fotografieren. Offen und ehrlich agieren, und für beide Seiten das Beste herausholen, das wird meist verstanden.

Die übrigen Bilder findet ihr in der Galerie Tattoo Convention. Rechts oben findet sich ein Button "Slideshow", mit dem ihr alle Bilder hintereinander als Diashow laufen lassen könnt. Alternativ könnt ihr sie natürlich auch einzeln per Hand anklicken.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Event/Incident http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/tattoo-convention-kiel Sun, 15 Nov 2015 18:43:26 GMT
Parkplatzmonster http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/parkplatzmonster Ausnahmsweise mal nicht mit der Leica oder der Fuji geschossen, sondern mit meinem iPhone. Das Monster hatte sich direkt unter meinem Bürofenster breit gemacht.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) MyArtGene http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/parkplatzmonster Mon, 12 Oct 2015 09:30:00 GMT
Tankstelle Grunerstraße http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/tankstelle-grunerstra-e Aufgenommen aus der Hand mit der Leica Q. 1/30 Sekunde bei f/1.7 und ISO 800. Schön detailreich auch in den dunklen Partien. Wunderbar druck- und vergrößerbar.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) MyArtGene http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/tankstelle-grunerstra-e Fri, 02 Oct 2015 17:30:00 GMT
Entlang der Hörn http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/entlang-der-h-rn Nachfolgend ein paar Impressionen aus Kiel, eingefangen auf einem Spaziergang vom Hauptbahnhof bis zum Geomar-Institut. Auch diesmal wieder mit der Leica Q.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/entlang-der-h-rn Sat, 26 Sep 2015 13:00:00 GMT
Norwegenfähre http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/norwegenf-hre Geht man um zwei Uhr Mittags durch Kiel, macht man mit einem großen Schiff Bekanntschaft, dass mitten durch die Stadt zu gleiten scheint:

Es handelt sich um eine der beiden Norwegenfähren der Colorline-Gesellschaft, und zwar entweder um die "Color Fantasy" oder die "Color Magic". Jeden Mittag starten sie immer abwechselnd ihre Reise von der Kieler Hörn, um am nächsten Morgen in Oslo anzukommen.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/norwegenf-hre Sat, 26 Sep 2015 12:05:00 GMT
Rollator Lady http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/rollator-lady Langsam habe ich wieder etwas mehr Zeit zu fotografieren. Wird auch Zeit, immerhin war hier viele Monate nichts mehr zu sehen. Den Wiedereinstieg motiviert eine Leica Q, die hier erstmals zum Einsatz kommt. Mal sehen, wie sie sich bewährt.

Die Dame mit dem Rollator ist mir ein paar Mal über den Weg gelaufen. Wahrscheinlich hat sie ebenso wie ich ihren Abendspaziergang absolviert.

Auf dem unteren Bild muss man schon ganz genau hinschauen. Die Rollator-Dame befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite links.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Other/Story http://www.gkrueger.com/blog/2015/11/rollator-lady Tue, 22 Sep 2015 17:00:00 GMT
Einbruch in Lägerdorf http://www.gkrueger.com/blog/2015/1/einbruch-in-l-gerdorf Langjährige Leser meiner Blogs werden sich vielleicht daran erinnern: im Oktober 2006 gab es schon einmal einen Artikel mit diesem Titel.

Seinerzeit noch auf Brobo Photo zeigte er Bilder vom "Sandweg" in Lägerdorf, aus dem ein großes Stück herausgebrochen und in die Kreidegrube "Schinkel" gerutscht war. Nach einem Wassereinbruch war die Straße unterspült worden und hat sich mitsamt ihrer Grenzmauer in die Grube weit unten verabschiedet.

Drei Jahre später, im September 2009, habe ich ein Update gepostet. Man hatte mittlerweile eine Art Schutzhütte gebaut.

Als ich heute wieder einmal durch Lägerdorf fuhr, musste ich feststellen, dass sich nichts geändert hat. Acht Jahre nach dem Vorfall ist die Absturzstelle nur provisorisch gesichert und Lägerdorf fehlt eine seiner beiden Durchgangsstraßen. Lediglich einige der Absperrungen und Warnschilder sind im Laufe der Zeit abhanden gekommen und überall gibt es Trampelpfade zu der Überdachung, die vor weiteren Abrutschungen schützen soll.

Offenbar scheint das keinen so richtig zu stören (oder man hat keine Handhabe), und die Lägerdorfer haben sich mit der Situation arangiert.

Vielleicht ist es auch das Schicksal eines Ortes, der jahrzehntelang vortrefflich vom Kreideabbau gelebt und ein paar gigantische Erdlöcher in unmittelbarer Nähe gegraben hat.

Auch an anderer Stelle droht nämlich eine wichtige Straße abzurutschen. Ausgerechnet die Verbindung nach Itzehoe, die direkt an der stillgelegten Grube "Saturn" liegt, gilt seit einigen Jahren ebenfalls als einsturzgefährdet und darf nur noch von kleinen, leichten Fahrzeugen befahren werden. Ihr Einsturz ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

PS. Fotografiert habe ich das Ganze übrigens (endlich einmal wieder) mit der Fuji X-T1 und der seit dem 2.0er-Update verfügbaren Film-Simulation "Classic Chrome".

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Event/Incident Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2015/1/einbruch-in-l-gerdorf Sat, 17 Jan 2015 20:00:51 GMT
Einer geht noch http://www.gkrueger.com/blog/2015/1/einer-geht-noch ...bin doch noch nicht weg.

Berlin ist die Party-Hauptstadt der Republik. Logischerweise geht es auch Sylvester zur Sache, mit geschätzten einer Million Besuchern vor dem Brandenburger Tor. Zwei Stunden bevor es los ging, habe ich mich von hinten genähert und das vorgeglühte Party-Volk bei der Sinn- und Bühnensuche fotografiert.

Rechtzeitig zum Jahreswechsel war ich dann wieder Zuhause, das Mega-Spektakel selbst blieb mir erspart.

Ein Glück, denn das Grauen tat später schon beim Zappen durch die Fernsehkanäle weh. Heutzutage ist man ja dankbar, wenn einem Helene Fischer erspart bleibt. Aber die überschäumende Andrea Kiewel, der senile David Hasselhoff, den ein Bunnygirl von der Bühne holen musste, Howard Carpendale, der seine liebe Mühe mit dem Playback hatte, und ein paar stämmige, hyperaktive Hupfdohlen haben mir gereicht.

Den Rest habe ich glücklicherweise verpasst.

Wer findet so etwas eigentlich noch gut?

Anyway. Ich habe mich eine Stunde lang im Hinterland der Bühne herumgetrieben und einen Blick auf das Urban Street Life kurz vor dem Jahreswechsel geworfen. Hier seht ihr nur ein paar Vorschaubilder, das komplette Paket ist in der Galerie New Years Eve zu finden.

Schaut es euch an, so nah kommt ihr nicht wieder ran ;-) Die Bilder sind schön dreckig, schwarz/weiß, mit harten Kontrasten, alles mit dem 28er fotografiert, der echten Reportage-Brennweite (wenn man sich nah genug ran traut ;-).

Hier ein Link, um direkt die Dia-Show zu starten.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Event/Incident http://www.gkrueger.com/blog/2015/1/einer-geht-noch Thu, 01 Jan 2015 20:44:44 GMT
Auf Wiedersehen (Lissabon) http://www.gkrueger.com/blog/2014/12/auf-wiedersehen-2014 Nun ist das Jahr zu Ende.

Nach dem erfolgreichen Rückumzug von Washington nach Berlin (und Itzehoe) geht für mich auch die Zeit als MAP, Fotograf und Blogger zu Ende. Ab Januar trete ich in die Geschäftsführung der IVI GmbH ein, und wie viel Zeit dann noch zum Fotografieren und Bloggen bleibt, muss sich zeigen. Schon der Dezember stand im Zeichen des bevorstehenden Wechsels, wie man auch an der Zahl der Blogposts ablesen kann.

Die mir sehr ans Herz gewachsene (Dokumentar-)Fotografie wird wieder zum Hobby, obgleich noch Einiges zu schreiben und unendlich viel zu fotografieren wäre, und obwohl einige der Projekte, die ich in Amerika fotografiert habe, noch zu verwerten sind. Doch das muss erst einmal warten. Nun zählen andere Dinge, auf die ich mich ebenfalls freue.

Herzlichen Dank an die vielen Leser dieses Blogs, vielen Dank auch an die Leser von Potomac Adventures und Brobo Photo. Danke auch an meine Frau Katja (und indirekt an das Auswärtige Amt), an die Torpedo Factory (es gibt übrigens noch zwei oder drei Exemplare des Buchs, das ich dort produziert habe!) und an das Montgomery Hospice für die Möglichkeit, meine künstlerischen Ambitionen ein paar Jahre lang verfolgen zu können. Nun sind erst einmal wieder die klar und logisch denkenden, ordnungsliebenden Tierchen an der Reihe.

 

Zum Abschluss ein paar Impressionen aus Lissabon, das wir im November für ein paar Tage besucht haben. Wenn es nicht gerade in Strömen goss, sind wir mit offenen Augen durch diese wunderschöne Stadt gestreift, die offenbar immer mit einem Bein am Abgrund steht. Meine Eindrücke habe ich mit der Panasonic LX100 festgehalten.

Hier in Mitte wird es langsam dunkel und die Knaller werden lauter. Ein paar Gehminuten von uns entfernt findet die größte Sylvester-Party Deutschlands statt. Trotz Kälte und Nieselregens sind Hunderttausende auf den Beinen. Acht Stunden hat das Jahr noch, ich glaube, es wird Zeit, den Computer abzuschalten.

Alles Gute und ein schönes Neues Jahr!

Guido Krüger

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Information Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2014/12/auf-wiedersehen-2014 Wed, 31 Dec 2014 14:50:54 GMT
40 Years of Art and Community - Making Of http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/40-years-of-art-and-community Ich kann mich noch gut an den 8. Juli 2013 erinnern. Es war einer dieser heissen Tage in DC und ich schmorte mit ein paar Gleichgesinnten im Besprechungsraum auf dem Dach der Torpedo Factory. Nachdem ich ein paar Wochen vorher Studio 306 aus Zeitmangel aufgegeben hatte, suchte ich nach Möglichkeiten, den Kontakt zu den ehemaligen "Kollegen" in der Fabrik zu halten und war kurzentschlossen dem "40th Anniversary Commitee" beigetreten.

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Unter Leitung unserer damaligen Präsidentin Tanya Davis sollte das Komitee Ideen zum 40-jährigen Jubiläum der Torpedo Factory entwickeln und in die Tat umsetzen. Wie immer, wenn ich einer derartigen Runde mit den Künstlern zusammen saß, sprudelten die Vorschläge nur so heraus und nach einer Stunde hatten wir ein komplettes Whiteboard mit Ideen und Plänen für das Jahr 2014 vollgeschrieben. "Block Party", "Street Banners", "T-Shirts" und "Alexandria Times Partnering" stand da, ebenso mein eigener Vorschlag "Book Project".

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Die Idee, ein Buch zum 40-jährigen Jubiläum zu machen, wurde zu meiner Überraschung sehr gut aufgenommen. Was ich nicht ahnte war, wie langwierig und schwierig dieses Projekt werden würde, und wie sehr es mich und meine Mitstreiter fast ein Jahr lang beschäftigen sollte . Auch nicht, wie wichtig es für das Jubiläum werden sollte, denn im Laufe der nächsten Monate verschwanden fast alle anderen Vorschläge in der Versenkung und zum Schluss blieb tatsächlich nicht viel mehr übrig blieb als das, was in den nächsten Monaten als "40th Anniversary Commemorative Book" seine Kreise zog.

Tanya, Don Vieman und ich gründeten das "Book Commitee" und fingen an, uns um die Details zu kümmern. Wir erstellten ein erstes Konzept samt Kalkulation und stellten es den Vorstandsmitgliedern vor. Nach einem unglücklichen und kostspieligen Buchprojekt zum zwanzigjährigen Jubiläum, bei dem man auf vielen Unkosten und noch mehr Kopien sitzen geblieben war, war die Skepsis groß und die Leitung der TFAA wollte keinerlei Risiko eingehen.

Um Sicherheit zu bekommen, loteten wir in einer Online-Umfrage die Beteiligung aus und fragten die Künstler nach Wünschen und Anregungen. 85 Prozent Zustimmung waren mehr als erwartet, in der Torpedo Factory ist es immer schwierig, alle Künstler unter einen Hut zu bekommen, reichten dem Board aber nicht aus. So entschlossen wir uns, in einer Art Fundraising von jedem teilnehmenden Künstler einen festen Betrag einzusammeln, der das Buch vorfinanzieren sollte. Er garantierte eine Seite im Buch, bescherte ein Gratisexemplar und gab dem Künstler das Recht, weitere Exemplare zum Einkaufspreis zu erwerben.

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Hierzu besuchten wir die über hundert Künstler in ihren Studios und überzeugten sie in Einzelgesprächen von unserer Idee. Wir lernten, dass 85 Prozent Zustimmung bei einer anonymen Umfrage nicht automatisch gleichbedeutend mit 85 Prozent wirklich zahlungswilligen (oder -fähigen) Teilnehmern ist, und so dauerte es bis in den Dezember, bis wir die erhoffte Anzahl an Teilnehmern und genügend Geld beisammen hatten, um vom Board das endgültige "Go" zu bekommen. Obwohl einige Künstler nicht teilnehmen wollten (oder konnten) war die kritische Masse so groß, dass nicht nur die Finanzierung gesichert war, sondern dass wir ein Buch produzieren konnten, dass für das gesamte Künstlerkollektiv repräsentativ sein und die Fabrik korrekt portraitieren würde.

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Auch auf der Ausgabenseite gab es Nachbesserungen. Üblicherweise sind für ein Projekt dieser Größenordnung, professionell produziert, Kosten zwischen dreißig und sechzig tausend Dollar anzusetzen. Das kam für die TFAA nicht in Frage, ein ähnliches Projekt war ein paar Monate zuvor bereits in der Anbahnung gestorben. Durch eine Reihe von Maßnahmen konnten wir die geplanten Kosten soweit senken, dass das finanzielle Risiko für die Artists Association überschaubar blieb. Dazu zählten günstige Verträge mit Texter, Designer und Drucker, und jede Menge Eigenleistung durch Tanya, Don und mich.

Im Katalogteil des Buchs sollte jeder Künstler eines seiner Werke zeigen und etwas zu seiner Arbeit sagen. Der erste Schritt bestand also darin, Fotos, Texte und Kontaktinfos von den Künstlern einzusammeln, zu ordnen und archivieren. Das hört sich nicht schlimm an, war aber enorm arbeitsaufwändig und hat mich mehrere tausend (!) Emails und hunderte von Arbeitsstunden gekostet. 

Nachdem wir die "Image Submission Guidelines" Anfang Januar versendet hatten, dauerte es bis in den Mai, bis wir alle Fotos und Texte beisammen hatten. Während dieser Zeit arbeitete ich auch als Fotograf, um diejenigen Künstler mit Bildern zu versorgen, die keine akzeptablen Fotos ihrer Werke vorlegen konnten. Kunstwerke, die ich aufgrund ihrer Größe oder ihres Gewichts nicht mit nach Hause nehmen konnte, habe ich in den Studios der Künstler fotografiert, oder in ihren Ateliers daheim oder in Austellungen, in denen sie gerade ausgestellt wurden. 

Ein solches Projekt kann man nur alle fünfzehn oder zwanzig Jahre machen, von Anfang an wollten wir daher keinen reinen Katalog produzieren. "Das Buch muss künstlerischer werden", war einer der Leitsätze von Don, mit dem er uns immer wieder ermahnte, über den Tellerrand zu denken. Wir wollten etwas schaffen, das - anders als ein reiner Austellungskatalog - auch über das unmittelbare Event des Jubiläums hinaus wirkt. Etwas, das die Torpedo Factory selbst und ihre jährlich 500.000 Besucher portraitiert, das die Gedanken der Künstler und ihre Arbeit beschreibt und das die bewegte Geschichte der Fabrik veranschaulicht.

Neben den jeweiligen Kurztexten, die uns die Künstler und Gallerien selbst zur Verfügung stellten, beauftragten wir den erfahrenen Texter Jeff Sypek damit, Beiträge zu diesen großen Themenkomplexen zu schreiben. Jeff war schon lange Blogger der TFAA und kannte die Factory in- und auswendig. Mit seinem erfrischenden Schreibstil und seinem unerschöpflichen Vorrat an Anekdoten verstand er es wie kein anderer, die Stimmung in der Torpedo Factory auf den Punkt zu bringen und in Worte zu kleiden. In Kombination mit Vals sparsamer und effektiver Designkunst hat Jeff entscheidenden Anteil daran, dass "40 Years of Art and Community" weit mehr geworden ist als ein langweiliger Ausstellungskatalog.

Eine besondere Herausforderung war es, für diese längeren Textpassagen Fotos zur Verfügung zu stellen, eine Aufgabe, die ebenfalls mir zukam. Für den History-Teil stöberte ich im April tagelang im TFAA-Archiv in alten Ordnern und verstaubten Kartons herum, durchsuchte USB-Sticks, reproduzierte Papierabzüge und Dias und versuchte Herkunft und Rechte der Fotos zu klären. Nicht immer war klar, was die gefundenen Fotos überhaupt zeigten.

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Für den aktuellen Teil konnte ich viele eigene Bilder beisteuern, die während meiner Arbeit in und für die Torpedo Factory in den vergangenen beiden Jahren entstanden waren. Viele Ansichten der Fabrik, die nicht in akzeptabler Qualität vorlagen, fotografierte ich noch einmal nach, so beispielsweise die Außen- und Innenansichten des Gebäudes und die Übersichtsfotos der Gallerien und sonstigen Organisationen.

Für den 8. Mai luden wir alle Studio-Künstler zu einem aktuellen Group Shot ein, der letzte war schon mehr als zehn Jahre alt. Das Foto wurde wieder in der Haupthalle vor der Wendeltreppe angefertigt und wir baten alle langjährigen Künstler, sich dort aufzustellen, wo sie auch vor fünfzehn Jahren gestanden hatten. Auch viele der Associates (offiziell gewählte Künstler ohne eigenes Studio) folgten unserer Einladung und wurden Teil des von Jim Steele angefertigten Gruppenbilds.

Der Mai ging zu Ende und wir hatten nun hunderte von Puzzleteilen vor uns liegen und fragten uns, wie daraus ein Buch werden könnte. Es war an der Zeit, das "große Ganze" zu konzipieren, sich also zu überlegen, wie die einzelnen Teile zu einem lesbaren, informativen und vor allem auch ansprechenden Buch zusammengebaut werden konnten. Wie immer, wenn man bei einer komplexen Aufgabe fest steckt und jeder in der Gruppe eine andere Meinung hat, ist es gut, wenn einer im stillen Kämmerlein einen konkreten Vorschlag erarbeitet und den anderen vorlegt. Auch wenn dieser nicht perfekt sein sollte, bringt er doch die Dinge ins Rollen und bildet den ersten Schritt zur Lösung des Problems.

Nachdem die Gliederung und Aufteilung der Buchteile festgelegt war, begann unsere Designerin, Val Stansbury, ein konkretes Design zu erarbeiten und einen Vorschlag für das "Pairing" der Katalogseiten zu machen. Das "Verheiraten" von je zwei Künstlern auf gegenüberliegenden Seiten war uns sehr wichtig und beschäftigte uns eine ganze Weile.

Es gibt viele Seitenkombinationen im Buch, bei der die Paarung der Kunstwerke bzw. Künstler überrascht, anregt oder zum Schmunzeln einlädt - oder einfach gut aussieht.

Während die Designerin am ersten Entwurf arbeitete, beschäftigten wir uns mit "lästigen Kleinigkeiten" wie dem Buchcover, der Beschaffung der ISBN, der Copyright-Seite, dem Vorwort und den Grußwörtern und dem Index, der (möglichst fehlerfrei) knapp 700 Aktive und Ehemalige auflisten soll. 

Für mich kam der Rückumzug nach Deutschland näher und die Zeit wurde langsam knapp. Wir hatten bereits im Mai eine Wohnung in Berlin gefunden und waren nun Ende Juni dabei, unser Haus in Potomac "abzuwickeln". Der erste Layout-Entwurf wurde mir ins Hotel nach D.C. geliefert, das vor der endgültigen Abreise für ein paar Tage unsere Bleibe war. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich Abends im Hotel und morgens im Café über den Manuskriptseiten saß und nach Fehlern und Verbesserungsvorschlägen suchte. Ein letztes Meeting in Alexandria diente der Klärung offener Fragen und der Übergabe der Restarbeiten an meine beiden Weggefährten. 

In den Wochen danach, als wir erst in New York wohnten und später auf der Queen Mary Richtung Hamburg unterwegs waren, haben Don und Tanya die beiden letzten Proofs korrigiert und von den Künstlern der Torpedo Factory überprüfen lassen. Durch das auf dem Schiff eingeschränkte Internet konnte ich die Dinge nur noch oberflächlich betrachten. Die Übersendung von Bildern oder größeren PDFs war nicht mehr möglich. Glücklicherweise waren wir mittlerweile ein gut eingespieltes Team und die Restarbeiten wurden auch ohne meine persönliche Anwesenheit perfekt erledigt.

Dazu zählte natürlich auch die eigentliche Drucklegung und die unter großer Anteilnahme erfolgte Verteilung der fertigen Exemplare innerhalb der Torpedo Factory. Am 11. September fand schließlich ein groß angekündigtes, toll organisiertes und gut besuchtes Book Signing Event in der Torpedo Factory statt, an dem ich - mittlerweile in Berlin angekommen und tief in den Umzugsnachwehen steckend - leider nicht teilnehmen konnte. Umso mehr freute ich mich, als ich im Oktober das Paket mit meinen eigenen Exemplaren beim Hauptzollamt in Itzehoe in Empfang nehmen konnte. Vielen Dank noch einmal an Don und Tanya für das (kostenfreie) Übersenden und die nette Karte mit den vielen Grüßen und Danksagungen. 

Wer sich für "40 Years of Art and Community" interessiert, hat Glück, denn ich habe einige Exemplare, die ich verkaufen kann. Das Buch mit der ISBN 978-0-692-24063-2 dokumentiert die Torpedo Factory in Alexandria in einzigartiger Weise, hat 160 Seiten und ist durchgehend farbig gedruckt. Es kann inklusive Versand innerhalb Deutschlands für 30 EURO (Vorkasse) bei mir erworben werden, solange der Vorrat reicht. Bitte schreibt mir eine E-Mail oder benutzt das Kontakt-Formular, um alle nötigen Informationen zu übermitteln. Der Versand erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs, wer ein schönes Andenken aus D.C. sucht oder noch ein tolles Weihnachtsgeschenk braucht, muss sich also beeilen.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Information Institution/Organization Other/Story http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/40-years-of-art-and-community Sat, 29 Nov 2014 21:13:11 GMT
Red Hippo Invasion http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/red-hippo-invasion Geht man dieser Tage durch Mitte, fühlt man sich häufig beobachtet. Der Grund sind rote, nilpferdarartige Kreaturen, die einem aus Hauswänden, Hofeinfahrten und U-Bahn-Unterführungen entgegen schauen:

Sie haben einen Rüssel und vier Augen, von denen die unteren beiden ignoriert werden können, und eine meist metallene Schnauze und Nasenspitze. Typischerweise teilen sich je zwei von ihnen ein Paar Ohren.

Hat man sie erst einmal entdeckt und sich ihre äußeren Eigenschaften eingeprägt, sieht man sie überall und allerorten. Das erste Paar, auf das ich aufmerksam wurde, sah ich am Bahnhof Friedrichstraße, direkt unterhalb der Eisenbahnbrücke, an der Ecke von Friedrich- und Georgenstraße:

Der Zweck dieser Mitleid erregenden Kreaturen ist unklar, auch, ob von ihnen Gefahren oder Krankheiten ausgehen. Ihre Daseinsberechtigung besteht offenbar ausschließlich darin, an ihrem Platz zu verharren und Passanten anzustarren.

Ihr Artenreichtum ist beträchtlich. Schaut man genauer hin, erkennt man viele unterschiedliche Varianten und Spielarten. So existieren die seltsamen Geschöpfe beispielsweise in unterschiedlichen Rot- und Rosatönen und sogar ein graues Paar habe ich gesichtet. Auch unterscheiden sie sich bezüglich der Länge ihres Rüssels, der Farbe ihrer Schnauze und der Manifestierung ihres Körpers in und an den unterschiedlichen Gebäudeteilen.

Eigentümlich erscheint, dass sie nie alleine auftreten, sondern immer nur in Paaren und anderen Vielfachen von zwei. Bereits einige Male konnte ich sechs auf einen Streich entdecken, Vierlinge sind relativ häufig anzutreffen:

Ihrem Wesen nach scheinen sie passiv und uns Menschen gegenüber freundlich gesonnen zu sein. Während der mehrwöchigen Beobachtungszeit ist es nie zu einem ernsthaften Vorfall gekommen. Stets verhielten sich die Tiere zurückhaltend und beschränkten sich darauf, vorbei ziehende Passanten zu beobachten. 

Bereitwillig ließen sie sich zählen, fotografieren und zum Zwecke der Klassifizierung eingehend studieren. Niemals wurde ich Zeugnis eines An- oder Übergriffs oder einer Aggression jedweder Art.

Wer Näheres zur Herkunft oder zum Lebensraum dieser Kreaturen sagen kann, oder weitere interessante Exemplare fotografieren konnte, setzt sich bitte mit mir per Kontaktformular in Verbindung oder twittert unter dem Hashtag #RedHippoInvasion.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) MyArtGene http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/red-hippo-invasion Sun, 23 Nov 2014 20:28:52 GMT
C/O Berlin http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/c/o-berlin Als eine der wichtigsten Berliner Foto-Institutionen hat C/O Berlin in den letzten Jahren viele erstaunliche Ausstellungen international bekannter Fotografen gezeigt. Zunächst provisorisch im alten Postfuhramt in Mitte untergebracht, musste C/O Berlin mehrfach umziehen und ist nun endgültig im Amerika-Haus neben dem Bahnhof Zoo in Charlottenburg gelandet. 

Seit Anfang des Monats ist die neue Location eröffnet und zeigt auf zwei Etagen wechselnde Ausstellungen und Foto-Shows.

Ein aktuelles Beispiel ist "Contact Sheets", bei dem zu diversen ikonischen Fotos bekannter Magnum-Fotografen die jeweiligen Kontaktbögen gezeigt werden, auf denen das Bild enthalten war. So kann man studieren, welche ähnlichen Fotos es nicht in die Weltöffentlichkeit geschafft haben und sich Gedanken über den Selektions- und Auswahlprozess machen.

Das kritische "Editing" der eigenen Fotos ist eine Aufgabe, die jeder Fotograf beherrschen muss, wenn er erfolgreich sein will. Bei mir liegt die Überlebensrate typischerweise bei höchstens 1:5, d.h. über 80 Prozent der geschossenen Aufnahmen werfe ich im Editier-Prozess weg, und nur der verbleibende Teil hat überhaupt eine Chance, überhaupt gezeigt zu werden. Tatsächlich in eine Veröffentlichung schaffen es dann noch weniger.

In der zweiten Etage kann man neben verschiedenen Kollektionen bekannter Fotografen derzeit beispielsweise Will McBrides Berlin-Bilder aus den späten 50er- und frühen 60er-Jahren sehen oder sich am Fotoautomaten im Magnum-Stil selbst ablichten lassen.

Neben Ausstellungen bietet C/O Berlin auch Programme für die Foto-Ausbildung von Kindern und Jugendlichen an. Im Erdgeschoss des schön restaurierten Amerika-Hauses gibt es einen Bookshop, in dem u.a. Ausstellungskataloge und -plakate erhältlich sind und ein Café mit Kuchen und anderen Leckereien.

Die Web-Site von C/O Berlin findet sich hier, der zugehörige Wikipedia-Artikel beleuchtet die Geschichte der Institution. C/O Berlin ist mittlerweile eine feste Adresse für Fotografie in Berlin, ein Besuch lohnt sich immer, der Eintritt kostet 10 EURO. In unmittelbarer Nachbarschaft findet sich auch das Museum für Fotografie und die Helmut-Newton-Stiftung.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Institution/Organization http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/c/o-berlin Fri, 21 Nov 2014 22:43:24 GMT
Ist er wieder da? http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/ist-er-wieder-da Gestern Morgen habe ich vielleicht einen Schreck gekriegt.

Nachdem ich mir morgens beim Bäcker um die Ecke ein paar Brötchen und einen Kaffee geholt hatte und auf dem Heimweg nichts ahnend in die Auguststraße bog, stand er plötzlich vor mir.

Wer? 

Na, Adolf Hitler.

Leibhaftig und lebensgroß!

Im grünen, leicht zerlumpten, nach Benzin riechenden Lodenmantel wankte er über die Oranienburger Straße, schleppte sich zum Kiosk gegenüber und riss krachend den Zeitungsständer um.

Ihr könnt euch vorstellen, dass Ich nicht schlecht gestaunt habe.

Gedreht wird hier in Mitte ja alle Naslang, aber diesmal war es fast zu realistisch. Als mir Hitler persönlich gegenüber stand, hat es mich ganz schön gegruselt. Die Filmfritzen wollten nicht sagen, worum es geht. Ist geheim, haben sie gesagt. Aber so schwer ist es nicht zu erraten, das Buch liegt ja in allen Buchhandlungen.

Heute morgen haben wir ihn dann wieder gesehen. Hitler, meine ich. Diesmal hatte er bereits Jeans und Pullover an und sah ganz manierlich aus. Bis auf die Mütze und den Bart vielleicht. Er diskutierte am Kiosk mit zwei anderen Personen, teils lautstark und mit üblen Wutausbrüchen. So echt, dass es mich wieder gegruselt hat.

Vor drei Tagen hatte ich mich schon gewundert, wieso hier plötzlich ein Kiosk steht. Normalerweise gibt es hier eine Pommes-Bude, noch dazu auf der anderen Straßenseite, und plötzlich ist dieser Kiosk da. Da denkst du auch, habe ich den nur nie bemerkt? 

Es handelt sich übrigens um eine Doppel-Produktion, denn an gleicher Stelle wird derzeit noch ein zweiter Film gedreht. Angeblich ein Spielberg, wie uns hinter vorgehaltener Hand aus offenbar gut unterrichteten Kreisen mitgeteilt wurde. Unglaublich, welcher Aufwand getrieben wird. Kaum eine Straße, kaum ein Parkplatz, an dem nicht Technik-, Garderoben- oder Catering-Trucks von den Film-Crews stehen. Ich bin gespannt, wen wir in den nächsten Tagen noch alles zu Gesicht bekommen. Eine kurze Internet-Recherche war viel versprechend.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Other/Story http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/ist-er-wieder-da Wed, 12 Nov 2014 19:45:27 GMT
Liebe im Osten http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/liebe-im-osten

No words necessary.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) MyArtGene http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/liebe-im-osten Mon, 10 Nov 2014 20:42:46 GMT
Lichtgrenze http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/lichtgrenze Zum 25. Jahrestags des Mauerfalls haben die Berliner den Verlauf der ehemaligen innerstädtischen Grenze mit tausenden leuchtenden Ballons nachgezeichnet. Die auf drei Meter langen Stäben befestigten weißen Kugeln werden mit LEDs beleuchtet und sollen heute Abend um 19:00 in den Nachthimmel aufsteigen, um den Fall der Mauer zu symbolisieren. Gleichzeitig wird vor dem Brandenburger Tor der vierte Satz von Beethovens Neunter ertönen und ein großes Bühnenprogramm für Stimmung sorgen.

Wir haben uns die Lichtgrenze gestern schon mal angesehen und ein paar Eindrücke festgehalten. Die Installation beginnt am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße, an dem am Abend des 9. November 1989 unter dem Druck tausender DDR-Bürger die Mauer geöffnet wurde, und zieht sich entlang des ehemaligen Mauerverlaufs einmal komplett durch die Innenstadt bis zur Oberbaumbrücke und der East-Side Gallery.

An vielen Stellen werden Filme gezeigt, die die Ereignisse vor dem Mauerfall nachzeichnen, und alle paar hundert Meter stehen Schaukästen, die einzelne Mauergeschehnisse hervorheben:

An den bekannten Gedenkstellen ist es sehr voll, wie beispielsweise an der Bernauer Straße:

Aber an vielen anderen Orten in Mitte und Umgebung gibt es genügend Platz, um die Installation ausgiebig zu bewundern und den genauen Verlauf der ehemaligen Mauer nachzuempfinden.

Beispielsweise in der Liesenstraße, dem oberen Ende der merkwürdigen Einbuchtung, durch die die DDR in den Besitz des Gebiets zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz gekommen ist und der bei gerader Grenzführung auf Westgebiet gewesen wäre:

Auch direkt am Bundestag und Reichstag vorbei führte die Mauer, überall stehen die leuchtenden Ballons:

Ebenso entlang der Spree, hinter dem jetzigen Wirtschaftsministerium, mit dem Grenzübergang Invalidenstraße und der Charité in unserem Rücken (rechts der ehemalige Osten, links der Westen):

Am Brandenburger Tor wurde eine riesige Bühne aufgebaut, auf der das Showprogramm stattfindet. Hier werden heute Abend zigtausend Zuschauer stehen. Die Generalprobe der Lightshow war beeindruckend:

So, das war gestern, nun folgen Bilder vom heutigen Tag, dem 9. November.

Wir beginnen wieder an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Die Kapelle der Versöhnung war eine der Stationen, an denen die eindrucksvolle Filmcollage "Mauerstücke" von Marc Bauder gezeigt wurde:

Die Gedenkstätte an der Bernauer Straße ist eine der wichtigsten in Berlin. Hier kann man viel über die Mauer erfahren und es sind größere Reste der Mauer zu sehen. Dies ist die Straße, an der die auf der Grenze stehenden Häuser zugemauert und später abgerissen wurden, an der die Versöhnungskirche gesprengt wurde, weil sie den Grenzbefestigungen im Weg stand, und an der das weltberühmte Foto des über den Stacheldraht springenden Grenzsoldaten Conrad Schumann entstand.

Die Lichterkette zieht sich die ganze Straße entlang:

Von der Bernauer Straße bog die Mauer seinerzeit im rechten Winkel nach Norden ab, um nach Verlassen von Berlin-Mitte wieder "ordnungsgemäß" in Nord-Süd-Richtung zu verlaufen. Heute befindet sich hier der Mauerpark, direkt neben dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und der Max-Schmeling-Halle, auch er ist gespickt mit Ballons:

Geht man weiter nach Norden, gelangt man auf ein größeres Brückenensemble, unter dem ein Dutzend Eisenbahnlinien entlang laufen. Die Lichter verlaufen zunächst mitten über die südliche Brücke...

...und enden schließlich auf der Bösebrücke, auf der sich der Grenzübergang Bornholmer Straße befand. Genau an dieser Stelle wurde die Mauer am Abend des 9. November 1989 durchlässig:

Wenn man genau hin schaut, sieht man, dass die Lichter genau auf der Mitte der Brücke stehen, dort wo einst die Grenze verlief.

Um 18:00 gehen wir Richtung Reichstag, um zu schauen, wie die Ballons in die Luft steigen. Die Stadt ist zum Bersten voll und es geht nur langsam voran. Wir landen schließlich auf der Kronprinzenbrücke am Kapelle-Ufer, wo wir gerade noch einen Platz direkt am Geländer ergattern. Der Blick geht entlang der Spree Richtung Hauptbahnhof, den Verlauf der Lichterkette kann man von hier sehr schön erkennen:

Auf der linken Seite befindet sich das Bundeskanzleramt, hinter uns liegen die Bundestagsgebäude, der Reichstag und das Brandenburger Tor. Bis 19:00 Uhr finden sich immer mehr Menschen auf der Brücke ein, irgendwann wird sie wegen Überlastungsgefahr von der Polizei gesperrt. Glücklicherweise dürfen die, die bereits Position bezogen haben, an Ort und Stelle bleiben. 

Es dauert ein wenig länger als geplant, bis die Ballons wirklich fliegen, denn die Technik hat ihre Tücken. Viele der Ballons bleiben hängen, weil die angehängte Karte sich im Beleuchtungssockel verfängt (im Vordergrund zu sehen):

Tatsächlich bleibt dank dieses kleinen Problems ungefähr jeder zweite bis dritte Ballon hängen und die meisten Paten warten, bis der verhinderte Vorgänger befreit ist. Das wird von den Zuschauern zwar jeweils mit großem Jubel gefeiert, aber so dauert es oft mehrere Sekunden, bis der jeweils nächste Ballon fliegt. Erst viertel vor acht steigen die Ballons vor unserer Nase endlich in die Luft, wir sind mittlerweile zu Eis gefroren:

Aber dieses kleine Problem tut der Stimmung keinen Abbruch. Auch der richtige Mauerfall brauchte Zeit und erfolgte alles andere als reibungslos, insofern haben diese kleinen Schwierigkeiten durchaus Symbolkraft. Irgendwann ist es geschafft und alle Ballons sind in der Luft. Das Ufer ist wieder dunkel, die symbolische Mauer ist gefallen:

Zur gleichen Zeit vor 25 Jahren sollten es nun nur noch ein paar Stunden sein, bis nach dem Öffnungsbefehl des Grenzsoldaten Oberstleutnant Jäger, der durch die konfuse Befehlslage nach Günter Schabowskis Fernsehauftritt und die Ansammlung hunderter Ausreisewilliger verunsichert war, die ersten paar hundert DDR-Bürger die Grenze passierten und das Verhältnis zwischen Ost und West für immer veränderten.

Noch einmal geht ein Raunen durch die Menge, als ein paar Minuten später am Brandenburger Tor das Feuerwerk losgeht:

Ein schöner Abschluss dieses friedlichen Events, das trotz zweier kleiner Schönheitsfehler (der andere war, dass die Ballons nach dem Abflug nicht mehr leuchteten) seinen Zweck erfüllte und die ehemalige innerdeutsche Grenze und ihren Niedergang auf eindrucksvolle Art erfühl- und erlebbar machte. Durchgefroren bis auf die Knochen machen wir uns auf den Heimweg und sitzen nach fünfzehn Minuten in unserem warmen Wohnzimmer. Gut, wenn man in der Nähe wohnt.

PS. Den einen oder anderen wird sicher interessieren, dass ich die Bilder mit der nagelneuen Panasonic LX100 aufgenommen habe. Insbesondere die Nachtbilder habe ich fast alle aus der Hand geschossen, mit Offenblende und ISO 3200. Eine beeindruckende Leistung für diese kleine "Knipse".

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Event/Incident http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/lichtgrenze Sun, 09 Nov 2014 13:01:04 GMT
Teufelsberg http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/teufelsberg Der Berliner Teufelsberg hat eine interessante Geschichte. Nach dem gescheiterten Versuch der Nationalsozialisten, im Rahmen ihres größenwahnsinnigen Projekts Welthauptstadt Germania hier die "Wehrtechnische Fakultät" zu errichten, wurde der im Grunewald liegende Teufelsberg nach dem zweiten Weltkrieg mit Millionen Kubikmetern Trümmern aus dem zerstörten Berlin aufgefüllt. Ende der 50er Jahre nahmen die Alliierten den Berg in Beschlag und errichteten mit der "Field Station Berlin" eine Abhörstation, die bis weit in den Ostblock hinein lauschen konnte.

Die Reste dieser Abhöranlage stehen noch immer und sind weithin sichtbar:

Nach dem Fall der Mauer und der Rückgabe des Geländes an die Stadt wollte ein Investor eine gigantische Wohnanlage errichten, scheiterte aber an den Auflagen und der finanziellen Größenordnung des Projekts. Nach dem Verfall der Baugenehmigung wurde das Gelände als "Wald" ausgewiesen, so dass Bauen nun nicht mehr möglich ist. Seit ein paar Jahren kann man das umzäunte Areal, das jetzt mehr oder weniger brach liegt, im Rahmen von Führungen, die ein paar Euro kosten, besichtigen. 

Eigentlich wollte ich mir die Anlagen auf eigene Faust ansehen, musste aber feststellen, dass alle Zaunlöcher aufs Säuberlichste geflickt waren. Ein Durchkommen war ohne kriminelle Energie nicht möglich. Um so erfreuter war ich, als ich nach einer dreiviertel Umrundung des Berges direkt in eine Führung stolperte, und so eine Besichtigung der Anlagen doch noch möglich wurde. 

Mit einer Stunde Dauer war die Zeit natürlich zu knapp, um in Ruhe zu fotografieren, und auch das viel gelobte Echo in der oberen Kuppel habe ich auslassen müssen. Dennoch konnte ich ein paar interessante Bilder schießen und ein wenig vom Charakter der morbiden Anlage einfangen. Ich denke, ich fahre bestimmt noch einmal hin. Wenn man mehr Zeit braucht, kann man bei Bedarf vierstündige Fototouren buchen.

Auf meine Frage, was man denn mit den Bildern so alles anstellen dürfe, antworte die Tourguide etwas verwirrt und nach einigem Zögern, "alles". Ich fragte, "auch kommerziell und so?", und sie, "Äh, ja, warum nicht?". Nun ja ;-)

Erstaunlicherweise scheinen auf dem Gelände Reihe von Künstlern ein Zuhause gefunden zu haben. Irgendwo habe ich gelesen, dass einige der ehemaligen Bewohner des Tacheles hier ihre neue Heimat gefunden haben sollen:

Die Türme selbst sind voll mit Graffities, laut Tourguide soll das eine der größten "Open-Air-Gallerien" in Deutschland sein.

Nicht schlecht, nicht schlecht, aber als Zeitzeuge des längst vergangenen Alsen-Geländes in Itzehoe haben mich die Sprühereien auch nicht vom Sockel gehauen.

Oben auf den Plattformen steht man direkt vor (oder in) den zerlumpten Radarkuppeln und hat einen fantastischen Ausblick über die Stadt:

Weitere Infos zur Geschichte des Teufelsberg und zu den Touren finden sich auf www.berliner-teufelsberg.com. Auch den oben zitierten Wikipedia-Artikel kann ich sehr empfehlen, dort finden sich unzählige teils verblüffende Details zur Nutzung des Bergs und der Anlage. Eine Google-Suche nach "Field Station Berlin" förderte weitere interessante Informationen zutage, darunter sogar einige Bücher.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2014/11/teufelsberg Wed, 05 Nov 2014 19:59:00 GMT
Naturkundemuseum Berlin und Evolutionäre Algorithmen http://www.gkrueger.com/blog/2014/10/naturkundemuseum-berlin Gestern war ich auf einem kurzen Besuch im Berliner Naturkundemuseum in der Invalidenstraße. Das der Humboldt-Universität angegliederte Muesum ist mit 30 Millionen Objekten eines der bedeutendsten Museen seiner Art in Deutschland. Es hat mich sehr an das Museum of Natural History in Harvard erinnert. Gleich in der Eingangshalle kann man das größte aufgebaute Saurierskelett der Welt bestaunen, samt zugehörigem Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

Darüber hinaus findet man im Museum eine große Mineraliensammlung, die mich nicht sonderlich interessiert hat, und unzählige Präparate von Menschen, Tieren und Pflanzen. 

Es gibt viele niedliche Tiere zu sehen:

... und weniger niedliche:

Im Hintergrund befindet sich übrigens der ausgestopfte Eisbär und Medienstar Knut. Das Museum ist bekannt für seine Präparationskünste und stellt Knut im Rahmen einer Sonderausstellung "Highlights der Präparationskunst" aus.

Das Naturkundemuseum hat eine Sammlung von 130.000 Vögeln:

Sowie eine ebenso große Sammlung von in Alkohol eingelegten Fischen, die in einem gigantischen, von innen beleuchteten Lager bewundert werden können:

Das Naturkundemuseum versteht sich als Dokumentator und Bewahrer der Biodiversität unserer Erde, und die Vielfalt der ausgestellten Lebensformen ist beeindruckend. Wenn man bedenkt, dass diese Vielfalt allein mit den (grundsätzlich) relativ simplen Mechanismen der Evolution zustande gebracht wurde (Selektion, Rekombination, Mutation), ist dies schon erstaunlich. 

Auch die Informatik hat diese Techniken ja für sich entdeckt und setzt sie seit einiger Zeit unter dem Namen Evolutionäre Algorithmen für eine Vielzahl von Optimierungsaufgaben ein. Immer dann, wenn man auf der Suche nach einer Lösung für ein Problem zwar angeben kann, ob (und wie gut) ein gefundener Vorschlag geeignet ist, das Problem zu lösen, wenn man aber gleichzeitig keinen geschlossenen, algorithmischen Weg kennt, solche Lösungen zu produzieren, leisten evolutionären Optimierungsstrategien nach dem Vorbild von Mutter Natur erstaunlich gute Dienste.

Dass dies nicht immer klappt, kann man sich ebenfalls im Museum ansehen:

Eine kleine Sammlung von "Mutationen" zeigt (gruselige) Beispiele dafür, dass die modifizierten Nachfahren zweier funktionierender Systeme (in diesem Fall Lebensformen) nicht zwangsläufig ein (im Sinne der Fitness-Funktion) besseres System ergeben. 

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Institution/Organization Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2014/10/naturkundemuseum-berlin Tue, 21 Oct 2014 09:17:06 GMT
Dorotheenstädtischer Friedhof http://www.gkrueger.com/blog/2014/10/dorotheenst-dtischer-friedhof Nicht weit von uns entfernt liegt der Dorotheenstädtische Friedhof. Wir gehen fast jeden Tag vorbei, denn er liegt genau in der Mitte zwischen unserer Wohnung und dem Supermarkt, in dem wir Dinge des täglichen Bedarfs besorgen. 

Von außen sieht man nur eine große Mauer, hinter der halt ein Friedhof liegt. Das gibt es zigmal in Mitte. Aufgefallen ist mir, dass immer viele Besucher da sind. Und dass direkt neben dem Friedhof in der Chausseestraße das Berthold-Brecht-Haus liegt.

Irgendwann bin ich mal Petra Pau über den Weg gelaufen, die offensichtlich gerade von einer Beerdigung kam. Da wurde ich stutzig und der Friedhof kam auf die Liste der zu recherchierenden Locations in Mitte.

Aber Berlin hat viele interessante Locations und die Liste ist lang. Den Ausschlag für einen Besuch gab schließlich ein Facebook-Post, und ich staunte nicht schlecht, als ich die Liste der Berühmtheiten las, die hier beerdigt worden sein sollten: Berthold Brecht, Heinrich Mann, Arnold Zweig, Wolfgang Herrndorf, Lothar Bisky, Johannes Rau, Rudolph Bahro, Heiner Müller, Herbert Marcuse, Karl-Friedrich Schinkel, Fritz Teufel, Christa Wolf, und viele andere mehr. Schriftsteller, Architekten, Wissenschaftler, Politiker, die Liste war lang.

Der Friedhof strahlt eine gewisse Stimmung aus, die man sowohl in schwarz-weiß wie auch in Farbe einfangen kann. Das leicht wilde Ambiente und die "Anwesenheit" dieser großen Persönlichkeiten haben etwas Mystisches, dem man sich nicht entziehen kann.

Obwohl der Friedhof zwischen hohen Häusern eingemauert ist, erreichen ihn am Anfang und Ende des Tages ein paar Sonnenstrahlen, die seine besondere Stimmung hervor heben. Man hat dann den Eindruck, von der Aura dieser großen Menschen geradezu eingehüllt zu sein und ein wenig davon mit nach Hause nehmen zu können.

Weitere Informationen finden sich in dem oben verlinkten Wikipedia-Beitrag und einem Artikel auf Spiegel Online.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2014/10/dorotheenst-dtischer-friedhof Sat, 04 Oct 2014 15:51:44 GMT
New-In-Berlin #10: Alexanderplatz http://www.gkrueger.com/blog/2014/9/new-in-berlin-10-alexanderplatz One of the current centers of Berlin and once the proud hub of socialist East Berlin, Alexanderplatz is a large public square right in the middle of Berlin. Its architecture shows a lot of socialist heritage, even though a number of new buildings, namely shopping malls and similar businesses, have been built recently.

Alexanderplatz is usually very busy, often like a fairground. The biggest attraction, however, is propably the nearby TV tower, which is so tall that it's barely visible from Alexanderplatz itself, but, of course, from almost everywhere else in Berlin. I have photographed the tower a million times before. It is really an eye catcher, a strong vertical element in the best sense.

The somewhat weird "Weltzeituhr" (world clock) and the "Brunnen der Völkerfreundschaft" (fountain of the friendship of the people of the world) are other points of interest at Alexanderplatz, which were built during GDR times.

Taking pictures on Alexanderplatz is somewhat challenging, as it's always super busy. After the Crazy Alex shot I made at dusk through the window of the Saturn store, I tried a different approach on Monday by photographing in black-and-white, looking for middle grey tones, and solely using a 21mm wide angle during early morning hours. I'm still waiting for a really misty start of the day to capture yet another different expression of the place.

Alexanderplatz is surrounded by a number of strange monumental buildings. Karl-Liebknecht-Straße and Karl-Marx-Allee were once major representative streets in East Berlin, the capitol of German Democratic Republic, and were paved with socialist architecture on either side. More than enough for a separate article. 

I don't know why most of them still appear like 30 years ago. Anyway, I'm not complaining, I like the look and they make great photographs.

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) New-In-Berlin Travel/Location http://www.gkrueger.com/blog/2014/9/new-in-berlin-10-alexanderplatz Wed, 10 Sep 2014 19:28:43 GMT
What People Do http://www.gkrueger.com/blog/2014/9/what-people-do I love to photograph people, doing whatever they do, at any time. It doesn't really matter what they're about to achieve, as long as it's not staged. Photography, at least for me, is to capture the real life. Unstaged, and not made up. Looking at people like you and me, documenting our everyday activities, in all its beauty and strangeness, is among the things that interest me most.

So I visited the IFA yesterday, and while I am a 15+ years CEBIT veteran, I have to admit I had a hard time during the first hour at the fair. Too busy, too loud, and not many of those technical inventions really drew my attention. Of course, 80" curved OLED displays are impressive, as are smart watches and app controllable refrigerators, but the plain and innocent technological enthusiasm that I obeyed as a young software engineer is gone. Long gone. I'm getting old. 

Anyway, after a while, I got used to the noisy mess and the million people around me and started taking pictures. Without any plans in mind, and with no assignment on my shoulders, I quite naturally began to look at people and their chores. While wandering around, I photographed activities, expressions, emotions and interactions of all kinds. I took about 300 pictures.

I was able to use a surprisingly simple setup. Take a look at the images and believe it or not, but I got along with only the 1.8/32 Zeiss and my Fuji X-T1 (a simple 50mm equivalent prime lens on a full frame camera), which I shot wide open at ISO 800 all day. No flash, no long lenses, no zooms, no big photo bag. Just a single body and one lens, used in manual exposure mode, sometimes focused manually.

It was a pleasing experience. I love this kind of minimalism.

After I deleted ninety percent of the pictures, there were still too many to put them all into this post. So please take a look at the "What People Do Gallery", and get an impression on What People Do at IFA. The gallery contains 31 images showing people at work, visiting the booths, doing their businesses, and interacting with each other. Some of them show people puzzled, confused, annoyed by that strange guy standing in front of them with a camera, waiting for the decisive moment, silently insisting on getting a compelling image ;-)

Take your time to look at the images. Most of them have their own little surprise, and it's worth spending a while on each of them. For best access, view the gallery by clicking on the "slideshow" button.

Enjoy and let me know what you think!

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c2@gkrueger.com (Guido Krueger) Event/Incident MyArtGene http://www.gkrueger.com/blog/2014/9/what-people-do Sat, 06 Sep 2014 20:16:12 GMT