Naturkundemuseum Berlin und Evolutionäre Algorithmen

October 21, 2014

Gestern war ich auf einem kurzen Besuch im Berliner Naturkundemuseum in der Invalidenstraße. Das der Humboldt-Universität angegliederte Muesum ist mit 30 Millionen Objekten eines der bedeutendsten Museen seiner Art in Deutschland. Es hat mich sehr an das Museum of Natural History in Harvard erinnert. Gleich in der Eingangshalle kann man das größte aufgebaute Saurierskelett der Welt bestaunen, samt zugehörigem Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

Darüber hinaus findet man im Museum eine große Mineraliensammlung, die mich nicht sonderlich interessiert hat, und unzählige Präparate von Menschen, Tieren und Pflanzen. 

Es gibt viele niedliche Tiere zu sehen:

... und weniger niedliche:

Im Hintergrund befindet sich übrigens der ausgestopfte Eisbär und Medienstar Knut. Das Museum ist bekannt für seine Präparationskünste und stellt Knut im Rahmen einer Sonderausstellung "Highlights der Präparationskunst" aus.

Das Naturkundemuseum hat eine Sammlung von 130.000 Vögeln:

Sowie eine ebenso große Sammlung von in Alkohol eingelegten Fischen, die in einem gigantischen, von innen beleuchteten Lager bewundert werden können:

Das Naturkundemuseum versteht sich als Dokumentator und Bewahrer der Biodiversität unserer Erde, und die Vielfalt der ausgestellten Lebensformen ist beeindruckend. Wenn man bedenkt, dass diese Vielfalt allein mit den (grundsätzlich) relativ simplen Mechanismen der Evolution zustande gebracht wurde (Selektion, Rekombination, Mutation), ist dies schon erstaunlich. 

Auch die Informatik hat diese Techniken ja für sich entdeckt und setzt sie seit einiger Zeit unter dem Namen Evolutionäre Algorithmen für eine Vielzahl von Optimierungsaufgaben ein. Immer dann, wenn man auf der Suche nach einer Lösung für ein Problem zwar angeben kann, ob (und wie gut) ein gefundener Vorschlag geeignet ist, das Problem zu lösen, wenn man aber gleichzeitig keinen geschlossenen, algorithmischen Weg kennt, solche Lösungen zu produzieren, leisten evolutionären Optimierungsstrategien nach dem Vorbild von Mutter Natur erstaunlich gute Dienste.

Dass dies nicht immer klappt, kann man sich ebenfalls im Museum ansehen:

Eine kleine Sammlung von "Mutationen" zeigt (gruselige) Beispiele dafür, dass die modifizierten Nachfahren zweier funktionierender Systeme (in diesem Fall Lebensformen) nicht zwangsläufig ein (im Sinne der Fitness-Funktion) besseres System ergeben.