Wiener Brot

August 28, 2014

"Kiek ma, da drehnse och schon wieder", höre ich einen jungen Mann hinter mir sagen. Wir stehen an einer Ampel in der Bernauer Straße, und ja, es stimmt, in Mitte wird immer irgendwo gefilmt. Was ich anfangs ziemlich spannend fand, ist mittlerweile fast Gewohnheit.

Neulich bin ich beispielsweise in eine aufwändige Werbeproduktion in der Mühlenstraße hineingestolpert, mit Straße nass machen, waghalsigen Stunts und allem Drum und Dran. Gestern Abend habe ich in der Glotze einen Werbefilm gesehen, der offensichtlich ausschließlich in Berlin gedreht wurde. Prenzl'berg, Berliner Dom, Alexanderplatz, usw., mittlerweile kennt man ja die Locations.

Wenn man in der Linien-, August- oder Tucholskystraße Zuhause ist, sieht man fast jeden Tag irgendwo auf dem Bürgersteig eine Film- oder Foto-Produktion.

So auch heute morgen, als ich auf dem Heimweg an einem Menschenauflauf in der Tucholskystraße vorbei fuhr, der sich als Filmdreh entpuppte. Interessant fand ich, dass der Kameramann mit einer wild umgebauten Canon-Spiegelreflex filmte, also hielt ich an und schaute mir den Trubel genauer an.

Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass Sarah Wiener gefilmt wurde, in und vor dem "Wiener Brot", einem ihrer neueren Geschäfte, in dem Brot und Brötchen auf traditionelle Weise im Holzofen gebacken werden. Kein Zufall, das hier zu sehen, denn ihr beachtliches Imperium aus Restaurants, Catering-Services, TV-Produktionen und Kochbüchern hat ihr Zentrum in Berlin-Mitte, nicht weit von uns entfernt.

Ich schaute mir den Trubel eine Weile an, freute mich über die Abwechslung und machte ein paar Aufnahmen mit dem 50er (eine längere Brennweite hatte ich nicht dabei). Irgendwann winkte mir Frau Wiener freundlich zu, wie man halt Touristen und fotografierenden Passanten so zuwinkt ;-) Sie war relaxt, der Dreh schien Spaß zu machen, ach ja, und gestern hatte sie Geburtstag, wie ich bei Wikipedia gelesen habe. Herzlichen Glückwunsch nachträglich!

PS. Wiener Brot und Brötchen waren übrigens lecker, wie wir später selbst herausgefunden haben.