Point-And-Shoot #4: Crystal City Underground

September 08, 2013

Wenn man entlang des GW Parkway nach Süden fährt, sieht man gleich hinter dem Pentagon einen imposanten Komplex von Bürogebäuden und Hotels, die den zweifelhaften Charme der 70er und 80er Jahre verströmen. Die Rede ist von Crystal City, einer zu Arlington gehörenden Trabantenstadt, die unzähligen Firmen, Regierungsbehörden und Kontraktoren aus dem Umfeld des Pentagon Bürofläche bietet. Neben den knapp zehntausend Einwohnern wird die Stadt tagsüber von einem Vielfachen an Mitarbeitern der angesiedelten Unternehmen bevölkert.

Crystal City erinnert ein wenig an die City Nord in Hamburg und galt zur Zeit ihrer Konstruktion als richtungsweisend, wenn nicht gar avantgardistisch. Eine Besonderheit ist, dass viele der Gebäude unterirdisch miteinander verbunden sind, so dass die Anwohner und Angestellten einen Großteil ihrer Besorgungen erledigen können, ohne ein einziges Mal nach draußen zu gehen. Crystal City ist ein gutes Beispiel für Underground Cities. Sie erstreckt sich mit ihren Geschäften, Banken, Restaurants und Ausstellungsflächen von der 12. bis zur 23. Straße und hat inklusive aller Neben- und Seitenarme eine Länge von mehreren Kilometern.

Will man in Crystal City Underground fotografieren, gilt es zwei Herausforderungen zu meistern. Einerseits ist es recht dunkel, so dass eine gute Kamera und ein lichtstarkes Objektiv hilfreich sind. Andererseits ist die Untergrund-Mall in Privatbesitz bzw. Privatverwaltung, und die Besitzer sehen es unter Umständen nicht so gern, wenn man die Kamera zückt. Ein Stativ ist tabu und anders als beim Fotografieren an öffentlichen Plätzen gilt hier das Hausrecht und der Besitzer könnte das Fotografieren untersagen. Entsprechende Schilder sind aber nicht zu sehen. In Crystal City findet man sowohl im Untergrund wie auch oberirdisch an Straßenecken und Brücken fotogene Kunst aller Art. Derzeit werden z.B. die Gewinnerbilder des diesjährigen Cherry Blossom Fotowettbewerbs ausgestellt, und auch die FotoWeekDC benutzt die langen Gänge regelmäßig, um großformatige, teils sehr gute und sehenswerte Fotografie auszustellen.

Etwa zehn Minuten Fußweg vom nördlichen Ausgang des Crystal City Undergrounds entfernt liegt die Pentagon City Mall (auch bekannt als "The Fashion Centre at Pentagon"). Wer gerne einkauft, kommt hier voll auf seine Kosten, denn die Upscale-Shopping-Mall bietet mit 170 Geschäften und Restaurants auf fast 80.000 Quadratmetern für jeden Geschmack etwas. Beeindruckend ist die offene, gallerieartige Konstruktion mit vier Stockwerken und einem riesigen Glasdach in der Mitte. Vom obersten Deck des Parkhauses aus hat man übrigens einen beeindruckenden Blick auf das Pentagon und die Sehenswürdigkeiten in D.C.

Die Anfahrt mit dem Auto ist wegen des Straßengewirrs rund um den Jefferson-Davis-Highway und die Interstate 395 etwas trickreich. Parkplätze sind vorhanden, aber gebührenpflichtig. Alternativ bietet sich die Blue Line der Metro mit den Stationen "Pentagon City" und "Crystal City" an. In Fußnähe befindet sich auch das Pentagon 9/11 Memorial und das United States Air Force Memorial. Einen Plan der Undergrund-Mall findet man hier.

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